Gemeinde Gustow

Die Gemeinde Gustow besteht aus mehreren Ortsteilen, die sich bis nach Drigge und Prosnitz erstecken. Gustow selbst liegt im südwesten der Insel und ist nur ca 6 km vom Rügendamm entfernt.

Die Geschichte von Gustow geht bis ins Jahr 1324 zurück, als die damalige Witwe von Barnekow von Wizlaw III. , dem letzten slawischen Fürsten von Rügen ein Stück Land kaufte. Dieses gelang dann allerdings in die Hände des Klosters von Bergen um die Zeit von 1330.

Bis es dann 1648 in schwedische Hand fiel.

Gustow hat seinen Namen aus dem slawischen was dort so viel wie "Gostov" oder auch "Ort des Gost" heißt.

Datiert werden die ersten Bewohner mit genauer Zahl um 1867, zu der Zeit lebten in 12 Häusern, insgesamt 152 Bewohner. Eine Zahl die schon an sich ziemlich groß erscheint. Wenn man sich den Ort heute ansieht, wäre die Zahl schon eher möglich.

Wer das erste mal in Gustow ist oder auf den Strassen von Gustow, wird nicht ohne hin an der Kirche vorbei kommen, die auf einem Hügel thront. Sie wurde 1677 völlig zerstört und 1708-1734 rekonstruiert. Wenn man genau hinsieht, stellt man fest das die Tafeln mit den Informationen zur Kirchen ein paar Meter weiter entfernt stehen. Was den Schluss folgern lässt, das sie sich an diesem Ort befunden hat.

Eine Besonderheit die noch auffällt ist der große Grabstein, auf dem Friedhof.

Es ist aber nicht irgendein Stein, es ist ein sogannter Mordwangen oder auch Sühnestein genannt. Er wurde dort errichtet, weil der Prediger Thomas Norenberg nach einer Sage 1510 von betrunkenen Bauern erschlagen wurde. Der Stein hat eine Größe von 2,50 m und trägt die Inschrift: "na · der · bort · xpi · m · ccccc · unde · x · des · doredag · in · d · quatteper · vor · sute · michaele · ys · geslage · h · thomas · norenberch · karkh · to · gustow · weset · dem · got · gnedich · sy"

Dies bedeutet so viel wie: "Nach der Geburt Christi 1510 am Narrentag in der Fastenzeit vor St. Michael ist ge(er)schlagen Herr Thomas Norenberg, Kirchherr zu Gustow gewesen, dem Gott gnädig sei."

Gustow besitzt aber nicht nur eine Kirche, sondern hat auch einen Naturhafen. Eine kleine Seltenheit, in der Form. Er gehört zu den Jaich Yachthäfen. Dessen anderer Yachthafen sich in Lauterbach befindet.

Eine andere Besonderheit hat auch Prosnitz zu bieten, allerdings ist davon heute natürlich nicht mehr viel übrig. Schon im dreißigjähigen Krieg gab es die Prosnitzer Schanze. Diese wurde von Franzosen 1808 erweitert. Heute hat man von dort einen freien Blick aufs Festland.